Hüft - TEP – und jetzt?
Was genau ist eine Hüft-TEP? Wann ist diese nötig? Und wie verhalte ich mich danach? Das Alles und noch viel mehr erfährst du in diesem Artikel.
Welche Arten von Hüft-TEP gibt es?
Übergeordnet gibt es vier Arten von Hüft - TEPs. Es gibt die Totalendoprothesen (TEP), bei denen sowohl die Hüftpfanne als auch der Oberschenkelknochen zum Teil ersetzt wird. Bei Teilendoprothesen wird meist nur der Oberschenkelknochen bearbeitet. Dies wird oft bei Schenkelhalsfrakturen und wenig vorbestehender Arthrose durchgeführt. Sollte eine starke Arthrose ausgeprägt sein, tendiert man eher zur Totalendoprothesen, um die Stabilität des Gelenks zu schützen.
https://www.infomedizin.de/behandlungsgrundlagen/hueft-op-hueftprothese/
Ist entschieden, ob es Total- oder Teilendoprothese wird, muss noch zwischen zementierter und nicht zementierter Prothese unterschieden werden. Zementiert wird häufig bei älteren Patienten. Der Vorteil ist, dass sie schneller voll belastbar sind. Bei nicht zementierten Prothesen muss das Gewebe erst zusammenwachsen und sich mit der Prothese verbinden. Dadurch ist die vollständige Belastung erst später möglich. Dies wird häufig bei jüngeren Patienten angewandt.
Wann bekomme ich eine Hüft-TEP & kann ich mich auf eine OP vorbereiten?
Im Endeffekt entscheidet das der zuständige Arzt. Allerdings ist allgemein bekannt, dass OPs immer die letzte Option sein sollten. Was also kann man vorher tun, um das Hüftgelenk zu stabilisieren?
Das Hüftgelenk wird durch viele Muskeln unterstützt. Mit folgenden Bewegungsmustern und Muskelgruppen sollte man sich beim Hüfttraining hauptsächlich beschäftigen: Dabei ist es in der Regel das Ziel, alltägliche Bewegungsmuster wie z.B. das “normale” Gehen und Treppensteigen zu trainieren und diese Funktionen wiederherzustellen bzw. zu verbessern. Dazu gehören z.B. Standbein- & Schwungbeinphase, welche mit folgenden Übungen trainiert werden können:
1
Hüftbeugen durch Training des Hüftbeugers (z.B. durch Beinheben mit Gewicht, Treppensteigen)
2
Hüftstrecken durch Training der Gesäßmuskulatur (z.B. durch Beckenheben)
3
Stabilisierung des Gelenks durch Training der Oberschenkelvorderseite (z.B. durch Beinstrecker)
4
Stabilisierung des Gelenks durch Training der Oberschenkelrückseite (z.B. durch Beinbeuger)
5
Abspreizen des Beines nach außen durch Training der Oberschenkelaußenmuskulatur (z.B. durch Abduktoren am Seilzug oder Gerät)
6
Heranführen des Beines nach innen durch Training der Oberschenkelinnenmuskulatur (z.B. durch Adduktoren am Gerät oder Druck auf einen Ball nach innen)
7
Außen- und Innenrotation, um die Beweglichkeit zu erhalten (z.B. mit einem Theraband)
8
Gleichgewicht, um die Tiefenmuskulatur zu aktivieren (v.a. für die Standbeinphase)
9
Training des unteren Rückens. Dieser arbeitet stark mit der Hüfte zusammen und kann sie unterstützen und der Hüfte Last abnehmen.
Das klingt viel? Keine Sorge, wir in der Bechelte kennen uns bestens aus und bauen dir ganz individuell deinen Trainingsplan und führen dich Schritt für Schritt zu besserer Gesundheit. Übrigens gilt auch, je besser du vorher trainiert hast, desto schneller erholst du dich, falls doch eine OP nötig ist.
und nach der OP?
Natürlich ist jeder Verlauf individuell und sollte immer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Jedoch wird im Normalfall schon am ersten Tag nach der OP belastet. Das heißt, du darfst das erste Mal aufstehen und gehen. Vier bis 6 Wochen werden dafür Gehstützen genutzt.
Hier fängt nun die eigentliche Arbeit an. Eine Hüftprothese ist immer nur so erfolgreich, wie eine gute Nachbehandlung durch Stabilisierung und Muskelaufbau beim Hüftgelenk. Dafür ist u.a. die Reha im Anschluss an die OP da. Trotzdem ist der Prozess danach nicht abgeschlossen. Eigeninitiative und gezieltes Krafttraining ist gefragt. Grundsätzlich sollten hier dieselben Muskelgruppen und Bewegungsmuster trainiert werden, die auch schon in der OP-Vorbereitung im Fokus standen. Allerdings gibt es ein paar Dinge, auf die geachtet werden sollte.
1
Die ersten 8-12 Wochen keine Hüftbeugung über 90Grad. Danach ist sie wieder problemlos möglich, wenn die Beweglichkeit es zulässt.
2
Die ersten 8-12 Wochen kein Kreuzen der Beine. Heranführen jedoch ist erlaubt, sodass die Adduktoren trotzdem trainiert werden können.
3
Kontrollierte Bewegung und saubere Technik (Dafür sind wir da 😉 )
4
Geduld und Vertrauen. Dieser Prozess ist zeitlich gesehen ein Marathon und kein Sprint. Du kannst das.
Damit dein Training für die Genesung genau auf dich abgestimmt wird, solltest du dich an ausgebildetes Personal wenden, das dir die richtigen Übungen und die richtige Technik erklärt. Wir in der Bechelte sind genau dafür da. Wir schneiden den Trainingsplan auf dich zu und begleiten dich während deiner Genesung, sodass wir jederzeit anpassen und korrigieren können und dich Schritt für Schritt zum Erfolg führen.
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